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Studie für Kinderschutz Schweiz zur körperlichen und psychischen Gewaltanwendung in der Kindererziehung

LINK • 14. November 2022

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Für die Stiftung Kinderschutz Schweiz und die Universität Freiburg hat LINK eine repräsentative Umfrage unter 1’013 Schweizer Eltern durchgeführt und dadurch aktuelle Zahlen zur körperlichen und psychischen Gewaltanwendung in der Kindererziehung sowie zum Rechtsverständnis der Eltern erhoben. Die Datenerhebung unterstützt unter anderem die regelmässigen Sensibilisierungskampagnen und Präventionsangebote der Stiftung.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass knapp 40 % der Eltern bereits einmal eine Körperstrafe gegenüber ihrem Kind angewendet haben – Schläge auf den Hintern sind mit 15 % die häufigste Bestrafungsmethode. Auslöser für körperliche Erziehungsmassnahmen gibt es viele: Eltern fühlten sich geärgert oder provoziert, waren müde und mit den Nerven am Ende oder das Kind hat nicht gehorcht. Ausserdem übt beinahe jeder 6. Elternteil (17.5 %) regelmässig psychische Gewalt aus, wobei am häufigsten die Beschimpfung vorkommt (30 % haben dies mindestens einmal getan), gefolgt von Liebesentzug (6% der Eltern üben diesen häufig/sehr häufig aus). Rund die Hälfte aller Kinder in der Schweiz erleben aktuell zu Hause körperliche und/oder psychische Gewalt. Das Anwenden der körperlichen Erziehungsmassnahme löste bei einer Mehrheit der Eltern (76.8 %) ein schlechtes Gewissen und Selbstvorwürfe aus – vor fünf Jahren waren dies lediglich rund 46 %.

Mehr zur aktuellen Erhebung sowie zur Kampagne von Kinderschutz Schweiz erfahren Sie in der entsprechenden Medienmitteilung sowie direkt im verlinkten Resultatebulletin der Universität Freiburg.

Datenerhebung seit 2017

LINK erhebt seit dem Start der Kampagne «Starke Ideen – Es gibt immer eine Alternative zur Gewalt» im Oktober 2018 für die Stiftung und die Universität Freiburg die Daten zu Erziehungsmethoden von Schweizer Eltern. Auch in der zweiten Welle der Kampagne und zugehörigen Studie, die im April 2019 veröffentlicht wurde, kümmerte sich die LINK um die Datenerhebung.

Ausserdem ist LINK seit 2017 verantwortlich für die Datenerhebung für die Studien zum Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz, die regelmässig von der Stiftung durchgeführt werden.

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Susanne Graf

Director
Social Research